Labor Analysen

Laboruntersuchungen in unserer Praxis

Kropf und Kot

Kropfabstrich

Dabei wird mit einem angefeuchteten Tupfer in den Kropf eingegangen. Durch eine erste Geruchsprobe lassen sich oft schon Hinweise auf eine veränderte Bakterienflora gewinnen. Die Probe wird anschließend lichtmikroskopisch und im Phasenkontrast untersucht. Dabei lassen sich unter anderem Infektionen mit Einzellern, spezifischen Bakterien, Hefen und Haarwurm-Eier (Capillaria) nachweisen. Abnorme Kropfinhalte wie Blutzellen und Fremdmaterial (z.B. Fäden) sind ebenfalls zu erkennen. Gelegentlich ergeben sich Zufallsbefunde, wie Trachealmilben (Sternostoma tracheaculum) bei kleinen Finken.

Kotuntersuchung nativ

Dabei wird eine frische Kotprobe, dünn ausgestrichen, unter dem Mikroskop mäanderförmig durchgemustert. So lassen sich unter anderem Erreger wie M. ornithogaster (sog. Megabakterien), Flagellaten im Darm, Hefen und verschiedene Wurmeier nachweisen. Weitere Informationen finden Sie unter Wurmkur beim Vogel.

Kotuntersuchung nach Anreicherung

Wenn im direkten Ausstrich keine Wurmeier nachgewiesen wurden und trotzdem ein starker Verdacht auf Wurmbefall besteht, können Kotproben im Anreicherungsverfahren, einem Konzentrationsverfahren, untersucht werden. Dazu wird eine etwa Haselnuss große Kotmenge mit einer gesättigten Salzlösung versetzt. Die meisten Parasiteneier flotieren an das aufgelegte Deckgläschen und sind damit besser nachweisbar.

Dermatologie

Tesafilmabklatschpräparat

Dabei wird ein Tesafilm auf die veränderte Hautstelle aufgebracht, wieder abgezogen und anschließend mit dem Mikroskop untersucht. So lassen sich auf der Haut lebende Ektoparasiten feststellen (Läuse, Haarlinge, Federlinge, einige Milbenarten)

Oberflächliches Hautgeschabsel

Es wird ein Tropfen Öl auf die veränderte Hautstelle aufgebracht und anschließend mit einer Skalpellklinge oberflächlich abgetragen ohne die Haut zu verletzen. Auf diese Weise lassen sich alle auf der Hautoberfläche lebende Ektoparasiten feststellen.

Tiefes Hautgeschabsel

Auch hier wird zunächst Öl auf Die Haut aufgetragen und anschließend mit einem Skalpell abgeschabt. Der Unterschied zum oberflächlichen Hautgeschabsel besteht darin, dass so lange geschabt wird, bis eine kleine Menge Blut austritt. Auf diese Weise lassen sich in der obersten Epidermisschicht lebende Ektoparasiten und die sogenannten Haarbalgmilben nachweisen.

Trichogramm und Federmikroskopie

Bei dieser Technik werden dem Patienten einige Haare/Federn ausgezupft und anschließend mikroskopiert. So lassen sich z.B. Haar- und Federbalgmilben, Federmilben, Läuse und Federlinge genau differenzieren. Zusätzlich können sich Hinweise auf Pilzerkrankungen der Haut (Dermatophytose) ergeben.

Blutuntersuchungen

Hämatokritwert

Vom Blut wird der Anteil der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Verhältnis zu den flüssigen Bestandteilen (Serum) gemessen. Ein zu hoher Hämatokrit (Polycythämie) kann entweder durch eine vermehrte Bildung von roten Blutkörperchen oder verminderte Flüssigkeitszufuhr und Austrocknung des Körpers (Dehydrierung) entstehen. Ein niedriger Hämatokrit bedeutet, dass zu wenig rote Blutzellen (Anämie) vorhanden sind. Ursachen können eine verminderte Bildung oder einen erhöhten Verlust von roten Blutzellen (Blutung) sein.

Blutausstrich mit Färbung und Differenzierung der Zellen 

Ein Tropfen Blut wird auf einem Objektträger dünn ausgestrichen, getrocknet und gefärbt. Dann kann man nach einem definierten Schema mit dem Lichtmikroskop die Zellen zählen und den Anteil der einzelnen Zellarten des weißen Blutbildes bestimmen. Eine Erhöhung der weißen Blutzellen (Leukozytose) können ein Hinweis aus eine Entzündung oder Infektion des Organismus sein. Das Absinken oder Fehlen aller oder bestimmter Zellreihen des weißen Blutbildes deutet auf Bildungsstörungen und manchmal auf virale Erkrankungen hin. Außerdem lassen sich Blutparasiten, Hinweise auf Tumoren der weißen Blutzellen, Bildungsstörung der roten Blutzellen und noch vieles mehr erkennen.

Serumgesamtprotein und Urindichte

Gesamtprotein im Serum ist für die Erhaltung des normalen Drucks in den Blutgefäßen wichtig. Die Untersuchung erfolgt mit dem Refraktometer, einem Gerät mit dem ebenfalls die Urindichte bestimmt wird.

Blutchemie

Bei der Blutchemie werden alle wichtigen Organwerte sowie der Mineralstoff- und Elektrolythaushalt des Tieres überprüft. Dies ist besonders Wichtig bei Patienten mit Verdacht auf Leber- oder Nierenschädigung.

Röntgenuntersuchung

Durch Röntgenaufnahmen lassen sich Veränderungen an Lage, Größe und Dichte von Organen und Körperteilen erkennen und beurteilen. Am Skelettsystem erkennt man Knochenbrüche (Frakturen), Ausrenkungen (Luxationen), Gelenksdegenerationen (Arthrosen), Mineralisationsstörungen u.v.m. . Außerdem können Organe hinsichtlich ihrer Lage beurteilt werden. Hierbei spielt die Kontrastmittelpassage eine wichtige Rolle. Fremdkörper, häufig Verursacher von Vergiftungserscheinungen, werden nachgewiesen. Insbesondere kleine Vogelpatienten röntgen wir häufig in Narkose, da es für den Patienten stressfreier und er exakt und bewegungsfrei zu lagern ist. Röntgenaufnahme bei Heimtieren und Reptilien können in der Regel ohne Narkose angefertigt werden. Bei speziellen Lagerungs- und Aufnahmetechniken, wie Intraoralen Aufnahmen oder die isolierte Darstellung von Unter- und Oberkiefer bei Zahnpatienten, wird eine Narkose nötig.

Ultraschalluntersuchung

Mit der Ultraschalluntersuchung lassen sich die inneren Organe gut beurteilen. Dabei wird durch Ultraschallwellen ein zweidimensionales Schnittbild erzeugt. Auch hier könne die Organe hinsichtlich ihrer Lage, Größe und Struktur beurteilt werden. Mit der Dopplerfunktion können zusätzlich Flussgeschwindigkeiten in Blutgefäßen und im Herzen gemessen werden. Deshalb ist Ultraschall, auch Sonographie genannt, besonders wertvoll in der Diagnostik von Herzerkrankungen.

Endoskopie

Mit dem Endoskop lassen sich mittels einer stabförmigen Optik von außen nicht einsehbare Bereiche des Körpers direkt darstellen. Häufig wird diese Technik benutzt um die Luftröhre, die Kloake oder die Leibeshöhle von Vögeln und Reptilien zu besichtigen. Mittels eines speziellen Arbeitskanals können hier zusätzlich Proben (Biopsien) oder Abstriche von veränderten Bereichen genommen werden.